Hand an Farn

Indigene Gemeinschaften als Hüter der Wälder

Sie erheben ihre Stimme für den Artenschutz: Vertreter*innen indigener Gemeinschaften machen auf internationalen Konferenzen, wie dem Weltbiodiversitätsgipfel der Vereinten Nationen auf ihre Rolle zum Schutz von Lebensräumen aufmerksam. Zu Recht, denn 80% der weltweit verbleibenden biologischen Vielfalt befindet sich in von indigenen Völkern bewohnten Gebieten. Ihr traditionelles Wissen könnte ein Schlüssel sein, um eine nachhaltige Zukunft für alle zu gestalten. Von ihrer Naturverbundenheit und Lebensweise können wir viel lernen.

Hand an Farn
© Unsplash / Ksenia Makagonova

Artenschutz durch das Bewahren von Lebensräumen

Viele indigene Stämme haben noch immer eine spirituelle Verbindung mit der Natur und gehen besonders respektvoll mit ihren Lebensräumen um, weil ihr Glaube und die Tradition ihrer Vorfahren es so lehren. Sie handeln dabei nachhaltig und ökologisch bewusst. Das heißt, sie tragen nicht mehr Ressourcen ab, als sie zum Leben benötigen. Sie jagen oder fischen nicht im Übermaß und betreiben schonenden Lebensmittelanbau. Sie verwenden keine für die Natur schädlichen Düngemittel und sammeln zum Beispiel immer nur einen Teil von Pflanzen, ohne sie komplett mit der Wurzel zu entfernen.

Natürlich gibt es auch in diesen Bevölkerungsgruppen Negativbeispiele, die wenig sorgsam mit der Natur umgehen. Dennoch weisen Gebiete, in denen sie leben, häufig eine vergleichsweise hohe Biodiversität auf. Allein im Amazonas leben über 450 indigene Stämme schon seit mehreren tausend Jahren. Die Älteren führen alte Traditionen fort und geben ihre Bräuche und Wissen an jüngere Stammesmitglieder weiter.

Am Beispiel des Amazonas wird besonders deutlich, wie wichtig die indigenen Gemeinschaften für den Erhalt der natürlichen Lebensräume sind. Bis heute werden im Amazonasbecken große Flächen an Regenwäldern abgeholzt. Nicht so in den Regionen, in denen indigene Gemeinschaften ansässig sind. Hier steht die Weitergabe von Wissen über Pflanzen und Tiere an die jüngeren Generationen und der Erhalt des Lebensraums der Zerstörung durch fremde Einflüsse entgegen. Die Entwaldung und Ausbeutung, die immer noch in vielen Gebieten stattfindet, gefährdet nicht nur den Artenreichtum der tropischen Wälder sondern auch die Menschen, die dort leben und ihre Kultur.
Artenschutz Projekte - Indigenes Volk Tenharim
Tenharim in Brasilien ©Thomas Fischermann

Zusammenspiel von Technologie und traditionellem Wissen

Durch die Anerkennung der Weltgemeinschaft und mit Hilfe moderner Technologie kann das ursprüngliche Wissen der indigenen Gemeinschaften noch besser für den Artenschutz eingesetzt werden. Ein Beispiel ist der Rainforest Alert der amerikanischen Rainforest Foundation US, kurz RFUS. Hier helfen Überwachungssysteme mittels Satelliten und Drohnen illegale Abholzung aufzuspüren, und zu stoppen. Dabei können sich indigene Gemeinschaften einbringen und Ansprüche auf ihre Territorien geltend machen, um diese zu schützen.

Der Respekt vor und der Erhalt der indigenen Kultur und der Schutz der Lebensräume von Menschen und Natur ist auch für die Pflanzen- und Tierwelt von entscheidender Bedeutung. Ihre Kulturen, die so eng verzahnt sind mit der Natur, an die sie sich angepasst haben, können nur dann weiterbestehen, wenn ihre Lebensräume geschützt und als Schutzgebiete anerkannt werden. Bei Nepada Wildlife suchen wir in den von uns unterstützten Projekten stets den Kontakt mit der lokalen Bevölkerung. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit mit den Tenharim in Brasilien. Im Austausch mit den Menschen vor Ort lernen wir die Bedürfnisse zum Schutz dieser artenreichen Regionen besser verstehen und eure Spenden noch gezielter einzusetzen.
Tenharim Brasilien
Der junge Tenharim-Krieger Madarejúwa. ©Thomas Fischermann

Quellen und weitere Informationen

Autorinnenfoto Marisa Balz Portrait
Marisa Balz

aus dem Nepada Wildlife Kommunikationsteam

schreibt von Berufswegen und ist neugierig auf unbekannte Länder, exotische Tiere und fremde Kulturen