Lebensmittel Verschwendung

Lebensmittelverschwendung – Vom Einkaufswagen in die Tonne

Lebensmittelabfälle
Ich denke die wenigsten können von sich behaupten, immer nur so viele Lebensmittel zu kaufen, wie sie im Endeffekt auch konsumieren. Das Brot ist zu hart geworden, die Bananen haben auch schon bessere Tage gesehen und in der hintersten Ecke vom Kühlschrank steht ein offener Joghurt, der bald von allein laufen kann. Was dann? In den meisten Fällen bedeutet das: Tonne auf und weg damit.

Aber muss das immer sein? Gibt es nicht Möglichkeiten solche Lebensmittel noch zu verwerten bzw. unseren Verbrauch besser zu planen? Schließlich landet neben begrenzten Ressourcen auch eine Menge Geld im Müll. Und welche Folgen hat dieses Überangebot eigentlich für unsere Natur und Artenvielfalt?

Food
for Thought

Pro Jahr landen in Deutschland ca. 12 Tonnen Lebensmittel im Abfall. Den Löwenanteil bilden die privaten Haushalte mit rund 52%. Das sind auf das Jahr umgerechnet 75kg Lebensmittel pro Person in Deutschland. Gleichzeitig hungern Millionen von Menschen auf der Erde. Am häufigsten werden tatsächlich leicht verderbliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse weggeschmissen. Aber auch Brot und fertig zubereitetes Essen landen ziemlich oft im Mülleimer. Die Lebensmittelverschwendung fängt jedoch häufig schon auf dem Feld an. Ist die Kartoffel zu klein oder die Gurke zu krumm, werden wir sie höchstwahrscheinlich auf Grund der strengen Handelsnormen niemals zu Gesicht bekommen. Zudem müssen die Regale für uns Endverbraucher immer prall gefüllt sein. Schließlich möchte wir immer die volle Auswahl haben. Das hat zur Folge, dass viele Lebensmittel den heimischen Kühlschrank noch nicht mal erreichen.
Food Waste Grafik

Die
Preisfrage

Was bedeutet dieser maßlose Überfluss für Tiere, Natur und Mensch? In erster Linie ist es eine riesige Verschwendung von einer endlichen Ressource. Mittlerweile werden ca. 37% der weltweiten Landoberfläche als Agrarfläche genutzt, Tendenz, mit zunehmenden Bevölkerungswachstum, steigend. Vor allem Großbetriebe benötigen Millionen Hektar für den Anbau von Palmöl, Soja und die Haltung und Ernährung von Nutztieren. Falls euch interessiert für was Soja alles genutzt wird, schaut doch gerne bei unseren anderen Artenschutz to go Beiträgen vorbei.

Diese Verknappung der Flächen führt leider häufig dazu, dass der natürliche Lebensraum von Tieren, landwirtschaftlichen Nutzflächen weichen muss. Vor allem in den tropischen Gebieten mit viel Regenwald wird tagtäglich gerodet, um mehr Platz für Agraranbau zu schaffen. Die Umwandlung von solchen vielfältigen Lebensräumen führt zu einem enormen Verlust an Biodiversität. Zudem können die Wälder ihrer Funktion als CO2– und Wasserspeicher nicht mehr nachkommen, sodass die Klimakrise weiter vorangetrieben wird. Auch die Weiterverarbeitung und der Transport der Lebensmittel sind nicht ohne eine erhebliche Freisetzung von CO2 und weiteren Treibhausgasen möglich. Und das alles, damit unser Essen nachher achtlos in der Tonne landet?
Einkaufen Lebensmittel
Geplanter Einkauf statt Kaufrausch © Tara Clark/Pexels
Lebensmittelverschwendung Affe
Wir können wir unseren Lebensmittelverbrauch besser planen? © Radslaw Prekurat/Unsplash

Zum
Mitnehmen

Was können wir also jeden Tag tun? Ressourcen sparen! Nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, ist das Essen nicht per se schlecht. Vertraut euren Augen, Geruchs- und Geschmackssinn. Sieht das Produkt noch gut aus und riecht normal, könnt ihr es in aller Regel ohne Bedenken essen. Auch aus Resten kann man noch zu allerhand machen. Probiert doch mal einen lecken Resteintopf.

Ein weiterer Tipp, um im Supermarkt nicht in einen wilden Kaufrausch zu verfallen: Plane deine Einkäufe! Am besten sucht ihr euch vorab Rezepte raus, die ihr die nächsten Tage kochen möchtet, geht anschließenden euren Kühl- und Vorratsschrank durch und schreibt euch eine Liste. So könnt ihr sicher gehen nur das einzukaufen, was ihr auch die nächsten Tage benötigt und verbraucht. Das führt direkt zu meinem nächsten Punkt: Lasst euch nicht von XXL-Angeboten locken. Natürlich ist der Kilo-Preis bei größeren Abnahme-Mengen niedriger, aber kann man wirklich einen 5kg Sack Karotten in den nächsten Tagen verwerten? Und wenn doch mal was übrigbleibt, friert es doch einfach ein. Nach einem stressigen Arbeitstag freut ihr euch bestimmt, wenn ihr nicht noch lange in die Küche stehen, sondern nur den Knopf von der Mikrowelle betätigen müsst.

Es gibt so viele Möglichkeiten Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren und so die Natur, die Tiere und den eigenen Geldbeutel zu schonen. War euch bewusst, wie viele Lebensmittel ungenutzt weggeworfen werden? Wenn ihr noch weitere Ideen habt, wie wir alle gemeinsam etwas dazu beitragen können, dass weniger Essen im Müll landet oder ihr noch gute Rezepte für Resteverwertung in petto habt, teilt sie gerne mit uns!
Saskia Becker
Saskia Becker

aus dem Nepada Wildlife Team

gibt hier Impulse zu Nachhaltigkeit im Alltag
Unsere „Artenschutz to go”-Beiträge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern geben lediglich Impulse für einen bewussteren und nachhaltigeren Umgang mit unserem Planeten. Gemeinsam können wir vieles besser, aber auch nicht sofort alles richtig machen. Möchtet ihr weitere Informationen zu diesem Thema mit uns teilen? Oder habt ihr kritische Anmerkungen? Dann schreibt uns gerne in den Kommentaren.

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