Orang-Utan

Kapuans Reise in die Wildnis

Im Dschungel Borneos war unsere Nepada Wildlife Gründerin Hannah Emde oft unterwegs. Doch eine Orang-Utan-Dame auf ihrer Reise zurück in die Wildnis zu begleiten, das ist auch für eine Wildtierärztin ein besonderes Erlebnis.

Fast 20 Jahre Vorbereitung hat BOS (Borneo Orangutan Survival) in diesen Moment gesteckt. Die Organisation rettet verletzte oder verwaiste Tiere, die in einem der beiden Rettungszentren auf Borneo rehabilitiert werden. Nach dieser jahrelangen Vorbereitung auf den Dschungel ging es für Orang-Utan-Weibchen Kapuan nun in die Wildnis. Zunächst mit dem Auto und später mit dem Boot fuhren sie 20 Stunden hinein in den tiefsten Regenwald Bornos. Regelmäßig machten Hannah und das Team Stopps, um die Tiere zu füttern, ihnen Wasser zu geben und ihren Gesundheitszustand zu checken.
Bootsreise zur Auswilderung
Hannah und Kapuan auf dem Weg in die Wildnis © BOS
Orang-Utan
Orang-Utan-Weibchen Kapuan wurde 2006 aus Thailand gerettet © BOS Foundation

Opfer des Wildtierhandels

Ob Kapuan es zurück in die Wildnis schaffen wird, war lange unklar. Denn durch den illegalen Wildtierhandel war sie nach Thailand gelangt und in einer Tiershow vor Touristen aufgetreten. In welche Rolle und Kostüme sie dort vor ihrer Rettung gezwängt wurde, wissen wir nicht genau. Die Shows sind jedoch bekannt dafür, Orang-Utans zu vermenschlichen und ein Verhalten zu fordern, dass die als Einzelgänger lebenden Tiere in der Natur niemals zeigen würden.

Orang-Utan-Show in Thailand
Ein Beispiel für eine Orang-Utan-Show in Thailand © Jayaprakash Bojan
Kapuans Reise zurück in die Wildnis begann also mit dem Wechsel zur BOS Rettungsstation auf Borneo, wo sie all die wichtigen Dinge lernte, die normalerweise Orang-Utan-Mütter ihren Kindern für das Leben im Regenwald beibringen. Das Team auf Borneo begleitete sie durch die einzelnen Schritte der Auswilderung bis zu ihrem großen Tag.

Ein letzter Blick

Auch für Hannah war es ein großer Tag, denn sie hatte die Ehre, Kapuans Transportkäfig zu öffnen und ihre ersten Schritte in die Freiheit aus nächster Nähe zu erleben. Als hätte Kapuan nie etwas anderes getan, schwang sie sich auf den nächsten Baum und warf einen letzten, magischen Blick zurück. Danach ging es weiter in die Baumkronen des Regenwalds, der natürliche Lebensraum der Orang-Utans, den sie nur selten verlassen.

Orang-Utans Kapuans erste Schritte zurück in die Wildnis.
Kapuans erste Schritte zurück in die Wildnis. © BOS Foundation

Patschnass mit großen Emotionen

Direkt nach der Auswilderung wurde das Team von einem ordentlichen Regenschauer durchnässt. Trotzdem ließen es sich Hannah und BOS Deutschland e.V. Geschäftsführer Daniel Merdes nicht nehmen, über ihre Eindrücke zu sprechen:

Eine Zukunft für die Orang-Utans

Kapuans Weg zurück in die Wildnis hat uns tief bewegt. Dass selbst Tiere mit einer solchen Vorgeschichte eine Chance haben, wieder ein Leben in Freiheit zu führen, zeigt, wie wertvoll die Arbeit von BOS auf Borneo ist. Als Nepada Wildlife e.V. werden wir dabei unterstützen, dass noch viele weitere Orang-Utans Kapuans Beispiel folgen. Mit den Auswilderungen wollen wir nicht nur die bedrohte Art vor dem Aussterben bewahren, sondern auch den lebensspendenden Regenwald für kommende Generationen erhalten.
Wie wir gemeinsam mit BOS die letzten Orang-Utans retten wollen, erfahrt ihr hier. Beeindruckende Bilder von Kapuans Reise seht ihr außerdem in der Terra X – Faszination Erde Folge „Borneo – Zurück in die Wildnis“.