Das letzte Drittel Regenwald

Rund zwei Drittel des ursprünglichen tropischen Regenwaldes sind einer Studie zufolge von Menschen zerstört oder zumindest ausgedünnt worden. Das letzte Drittel Regenwald ist das, was uns bleibt, um es besser zu machen.

Die gemeinnützige Organisation Rainforest Foundation Norway hat diesen Monat den „State of the Tropical Rainforest Report“ veröffentlicht. Die darin ausgewerteten Daten aus 73 Ländern zeigen, dass bislang 34 Prozent der Altbestände an tropischen Regenwäldern vernichtet wurden. Weitere 30 Prozent wurden ausgedünnt, also entweder in Teilen abgeholzt oder ganz zerstört und dann wieder aufgeforstet. Neue Bäume zu pflanzen klingt zunächst nach einem Schritt in die richtige Richtung. Doch der Studienautor Anders Krogh weist darauf hin, dass die ausgedünnten oder komplett neuen Wälder leichter Opfer von Bränden werden können als die alten.

Luftaufnahme aus der Region Candeias do Jamari nahe Porto Velhon dem Gebiet der Tenharim. ©Victor Moriyama:​ Getty Images
Der Regenwald am Kinabatangan River in Sabah, Borneo.

Die 3 Hotspots der Regenwald-Zerstörung 

Obwohl die Regenwälder nur noch rund drei Prozent unserer gesamten Erde bedecken, leben hier über die Hälfte aller Tierarten. Statt diesen erstaunlichen Lebensraum zu schützen, stehen wir heute am „Tag des Waldes“ vor einem traurigen Ranking der besonders beeinträchtigten Regionen:

Platz 1 – Das Amazonasgebiet in Südamerika: Mehr als die Hälfte der weltweiten Regenwald-Zerstörung seit 2002 hat hier stattgefunden. Vor allem der Ausbau von Landwirtschaft und Bergbau führten zur Abholzung. Deutlich verschärft hat sich der Trend zuletzt durch die Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro.

Platz 2 – Die Inseln in Südostasien: Vor allem in Indonesien, aber auch in den Nachbarländern müssen die Wälder zu großen Teilen Palmöl-Plantagen weichen. Diese bieten nicht ausreichend Nahrung für die heimische Artenvielfalt und zerschneiden den Lebensraum seltener Tiere.

Platz 3 – das Kongobecken in Zentralafrika: Das Zuhause von Gorillas und Waldelefanten sowie tausenden weiteren Tierarten ist durch illegale oder nicht nachhaltige Holzwirtschaft bedroht.

Keine guten Aussichten für die Artenvielfalt und auch die Chancen im Kampf gegen den Klimawandel verschlechtern sich. Je mehr Regenwald vernichtet werde, desto schwerer werde das Überleben der bestehenden Wälder. Denn der Regenwald ist ein wichtiger Kohlendioxid-Speicher und stabilisiert damit das Klima auf der Erde.

Unsere Entscheidungen für den Wald

Natürlich sind politische Veränderungen wichtig, um dem Stabilisator unseres Klimas zu helfen, und auch die Wirtschaft muss mitziehen. Doch wir können auch direkt bei unserem eigenen Verhalten ansetzen. Unsere Entscheidungen, ob am Supermarktregal oder an der Tankstelle, stellen die Weichen für den Schutz unserer Wälder. Weniger Fleisch, mehr Bioqualität, auf Produkte mit Palmöl verzichten oder auf nachhaltigen Anbau achten – diese Schritte führen zu einem bewussteren Konsum und machen den Kassenbon zum Stimmzettel.

Vom Regenwald ins Klassenzimmer

Ebenso wichtig ist es, die junge Generation für dieses letzte Drittel Regenwald zu begeistern. Mit 4Wildlife möchten wir das Thema auf eine ganz andere Art und Weise in die Schule bringen. Ganz anders, weil wir einen kompletten Kapokbaum aus Guatemala mit Augmented Reality mitten in den Klassenraum oder nach Hause bringen können. Kinder und Jugendliche haben so die Möglichkeit, den Kapokbaum und seinen Stockwerkbau aus allen möglichen Winkeln zu erforschen und seine Bewohner näher kennenzulernen. Gleichzeitig teilt Tierärztin Hannah Emde ihre Erlebnisse mit den Schüler:innen und macht den schützenswerten Lebensraum damit noch greifbarer.

Tipp; Die Videos findet ihr auch auf dem Nepada Wildlife YouTube Kanal – zum Beispiel Bedrohungsfaktoren für den Regenwald

 

Mehr zum Thema:

Nepada Wildlife
jannes.vahl@nepadawild.life
2 Comments
  • Mareike Nies
    Posted at 13:30h, 27 März Antworten

    Ich finde es toll das es Menschen gibt die sich um die Umwelt und vor allen Dingen den Regenwald kümmern. Es ist schrecklich das so viele Tiere sterben und auch seltene Arten ganz verschwindenden. Ohne den Regenwald haben Menschen finde ich keine Möglichkeit zu Überlebenden, da es viel mehr CO2 als es eh schon gibt geben wird und die Bäume dort es nicht mehr in Sauerstoff umwandeln können.

    • Nepada Wildlife
      Posted at 10:17h, 31 März Antworten

      Das stimmt, es gibt wirklich so tolle Menschen da draußen, die viel bewirken. Aber auch wer nicht direkt vor Ort im Einsatz ist, kann einen Unterschied machen. Je mehr Menschen bewusster mit dem Thema umgehen und ihr Konsumverhalten ändern, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt das letzte Drittel Regenwald. Im Alltag kann man schnell mal vergessen, wie alles auf unserem Planeten miteinander vernetzt ist. Deshalb ist es gut, wenn wir uns gegenseitig immer wieder daran erinnern. 🙂

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