Nebelparder

Der Nebelparder ist unser absolutes Lieblingstier. Seine extrem langen Eckzähne und die wunderschöne Fellzeichnung machen diese Raubkatze einzigartig. Ihre großen Tatzen dienen beim Klettern, Baumstämme kann sie sogar kopfüber absteigen. Die großen unregelmäßigen Flecken auf dem braunen Fell sollen an Wolken erinnern, deswegen auch der Name – Nebelparder (Clouded Leopard). Doch leider ist die Art in großer Gefahr. Der Sunda-Nebelparder (Neofelis diardi) kommt nur auf Borneo und Sumatra vor und die Gesamtpopulation wird laut IUCN auf 4.000 Tiere geschätzt, Tendenz abnehmend. Die geheimnisvolle Raubkatze ist noch kaum erforscht und es gibt bisher nur wenigen Daten aus der Wildnis.

2014 hatte Hannah ihre erste Begegnung mit einem Sunda-Nebelparder in freier Wildbahn. Sie assistierte dem Nebelparder-Experten Andrew Hearn bei seinem Forschungsprojekt in Sabah, Borneo. Der Engländer ist einer der ersten und erfahrensten Wissenschaftler auf dem Gebiet und erforscht diese Raubkatze schon seit vielen Jahren. Er schätzt, dass es in Sabah nur noch 700 Nebelparder gibt und er setzt alles daran, diese Art zu retten.

Die Narkose eines wilden Nebelparders auf Borneo - mitten im Dschungel. Wir Wissenschaftler versuchen durch Proben und Besendern der Tiere, mehr über diese seltene und bedrohte Raubkatze herauszufinden, um zum Schutz der Art beizutragen.

Die Urwaldinsel Borneo ist in den letzten Jahrzehnten verwandelt worden. Der Großteil des Regenwalds wurde abgeholzt und wich riesigen Palmöl-Plantagen. Monokulturen, fein säuberlich aneinandergereiht, die sich kilometerweit über die Insel ziehen. Ein Riesenproblem ist, dass diese vom Menschen landwirtschaftlich genutzten Plantagen von den meisten Wildtieren nicht durchquert werden können. Sie wirken wie eine Barriere und zerschneiden die Lebensräume. Orang-Utans können sich ohne Bäume auf den Plantagen nicht fortbewegen. Elefanten verlieren ihre Orientierung. Und Nebelparder finden kein Fressen. Es ist also nicht nur der Verlust des Regenwalds und Lebensraum der Tiere, sondern auch die Fragmentierung ihrer Habitate, das Borneos Wildlife und eben auch dem Nebelparder das Leben schwermacht.

Die Plantagen drängen die Raubkatze in immer kleinere Gebiete der Wälder zurück und schneiden ihr den Weg in andere Waldstücke ab. Nebelparder haben extrem große Streifgebiete. Sie sind die größte Raubkatze auf Borneo, meiden Menschen und leben tief im Wald verborgen. Doch geht die extreme Abholzung auf Borneo so weiter, sind sie bald ausgestorben. Dabei können wir nicht tatenlos zuschauen. Der Nebelparder ist Namensgeber für unseren Verein Nepada Widlife und wir werden alles daransetzen, die letzten 700 Nebelparder in Sabah zu schützen.

In Sabah leben nur noch um die 700 Sunda-Nebelparder in freier Wildbahn. © Charles Ryan

Deswegen fliegt Hannah nun wieder für zwei Monate in den Dschungel von Borneo, um das Forschungsprojekt zu unterstützen. Das Team studiert die Verbreitungsmuster und Lebensweise des Nebelparders und sucht nach Lösungsansätzen, in denen Mensch, Tier und Wirtschaft möglichst konfliktlos nebeneinander leben können. Ein Ziel ist es, Regenwaldkorridore aufzuforsten, um den Tieren damit wieder Zugang in die verschiedenen Fragmente des Waldes zu ermöglichen. Denn eine Palmöplantage würde ein Nebelparder niemals durchqueren.

Außerdem stellt der Nepada Wildlife e.V. dem Schutzprojekt Spenden zur Verfügung, um Equipment für die Forschungsarbeit zu kaufen. Dazu zählen tierärztliche Utensilien, GPS-Sender und Kamerafallen. Helft uns dabei eine der seltensten Raubkatzen der Welt am Leben zu erhalten und spendet für den Nebelparder.

Hannah
nepadawild@gmail.com
No Comments

Post A Comment