Nepada Wildlife

Meine Motivation

Ich möchte mit dem Nepada Wildlife e.V. und diesem Blog für den Verlust der biologischen Vielfalt sensibilisieren und mich für den Schutz der Arten einsetzen. Über Umweltbildung und das Prinzip der Nachhaltigkeit zeigt Nepada Lösungswege auf und versucht diese Welt ein Stück besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Ich möchte das nicht mit erhobenem Zeigefinger tun, sondern schreibe aus der Sicht einer 26-jährigen Studentin, die selbst noch lange nicht perfekt ist. Ich bin gerade erst dabei, diesen enormen Verlust zu verstehen, zu studieren und hautnah zu erleben. Und genau das könnt Ihr hier verfolgen. Ein Beispiel aus Borneo: Die Palmölplantagen dort verdrängen den Regenwald, die Orang-Utans verlieren den Lebensraum und die Zwergelefanten ihre Orientierung, darum treten sie plötzlich in Konflikt mit den Menschen, was sonst gar nicht in ihrer Natur liegt.

Ich möchte von der Natur vor Ort berichten, von Lemuren, Nebelparder und Menschenaffen erzählen, über ein angemessenes  Umweltbewusstsein nachdenken und vor allem dem Lösungsansatz »Nachhaltigkeit« auf den Grund gehen. Dafür reise ich in die unterschiedlichen Projektländer von Nepada, tausche mich mit den Einheimischen aus, studiere mit ihnen Lebensraum, Verhalten und Nahrung bedrohter Tierarten, um dann zu überlegen, wie wir sie am besten schützen können.

Einige Fragen, die mich dabei begleiten:
Die Abholzung des Regenwaldes ist nicht zu verhindern, aber wie gehen wir am besten damit um? Ist die nachhaltige Forstwirtschaft nach unserem Verständnis eine Lösungsmöglichkeit? Wie können Tiere in wirtschaftlich genutzten Wäldern, also in einem völlig neuen Lebensraum überleben? Wie kann eine hochentwickelte Weltwirtschaft funktionieren, ohne dabei die Vielfalt der Arten und Ökosysteme dauerhaft zu zerstören? Wie ist fortschrittliche Forschung mit Natur- und Artenschutz kombinierbar? Wie können Mensch und Tier besonders in diesen von Raubbau bedrohten Gebieten noch friedlich nebeneinander leben? Was können wir medizinisch von der Wildnis über Krankheiten, Parasiten oder Viren lernen, bevor dieses Wissen für immer verloren ist? Welchen Einfluss haben Globalisierung und Klimawandel auf die Natur und Tiergesundheit hier in Deutschland? Welche Rolle spielen heute wissenschaftliche Zoos im Artenschutz? Wie kann dort Wildtierforschung praktiziert werden? Wie kann jeder von uns nachhaltig Leben und damit seinen Beitrag zum Schutz der Arten und Lebensräume beitragen?

Meine Faszination

Es gibt kaum etwas, das mich mehr fasziniert als Natur, Tiere und Wildnis. Natur war mir schon immer wichtig. Dort kann ich Luft holen und Durchatmen, Entspannen und Ruhe finden, Freiheit spüren und an Grenzen gehen, Tiere beobachten und verstehen, Sport treiben und Spazieren gehen. Wildnis bedeutet für mich allerdings noch mehr als das: unberührt, echt, geheimnisvoll, fremdartige Tiere, exotische Pflanzen, merkwürdige Gerüche und schräge Geräusche. Dort kann ich als Mensch nichts planen, bestimmen oder kontrollieren. Wenn ein tropischer Regen aufzieht, bleibt mir nichts Anderes übrig, als in Deckung zu gehen und abzuwarten. Eine völlig neue Erfahrung für mich, ohne Handy unterwegs zu sein. Ich bin nicht mehr rund um die Uhr erreichbar. Weiß nicht zu jeder Sekunde, was auf der ganzen Welt passiert. Zeit bekommt eine andere Bedeutung. Mein Tagesablauf richtet sich wieder nach der Sonne. Mit ihren ersten Strahlen stehe ich auf, da ist es hell genug zum Arbeiten, aber noch nicht zu heiß zum Bewegen. In der Mittagshitze steht die Welt still. Pause. Ich konzentriere mich auf Bücher, Musik oder ein Kartenspiel. Das Fernglas ersetzt den Computerbildschirm. Sobald die Sonne untergeht, nutze ich die Dunkelheit zum Schlafen. Ein Leben im Einklang mit der Natur – anstrengend, aber gleichzeitig unheimlich erfüllend.

Ein schöner Moment: Es ist später Nachmittag, ich komme von einer langen Beobachtungs-Tour mit dem Telemetrie-Empfänger zurück. Da sehe ich einen großen rotbraunen Fleck im Baumwipfel: Ein Orang-Utan-Weibchen baut sich ihr Nest für die Nacht. Fasziniert suche ich mir einen Platz im Schatten und folge den ruhigen, präzisen Bewegungen des Affenweibchens, wie sie Äste sucht und sie ineinandersteckt. Schweiß tropft mir von der Stirn, mein Magen knurrt, die Mückenstiche jucken – aber das ist egal in diesem Moment. Als es dämmert und ich auf die Uhr schaue, sind ganze zwei Stunden vergangen.

Hannah
nepadawild@gmail.com
1 Comment
  • Theo Dierkes
    Posted at 18:55h, 01 Februar Antworten

    Liebe Hannah,
    Du beschreibst das sehr schön! Das Orang-Weibchen arbeitet oben und Du schwitzt unten. Wie die Zeit in der Natur vergeht und eben Zeit ohne Mobiltelefon ist. Sehr schön! Ich werde öfter lesen bei Dir und bin gespannt!
    Pass auf Dich auf!
    Theo

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