Brasilien

Brasilien ist das größte und mit über 200 Millionen Einwohnern auch das bevölkerungsreichste Land Südamerikas. Die letzten zwei Monate habe ich in Guatemala verbracht, einem kleinen Staat, in dem wirklich alles mit Auto erreichbar ist und bin erschlagen von diesem riesigen Brasilien. Allein, um nach Rio im Südosten des Landes zu reisen, fliege ich mindestens fünf Stunden über brasilianischen Boden, beeindruckend. In Brasilien eröffnet sich mir eine eigene Welt. Mit meinem frisch angeeigneten Spanisch komme ich nicht weit, hier wird ausschließlich Portugiesisch gesprochen. Englischsprachige Brasilianer findet man im Alltag selten. Die Menschen sind unheimlich freundlich, offen und herzlich und quasseln begeistert auf Portugiesisch auf Dich ein. Nationalstolz ist hier eindeutig spürbar. Eigene Kultur, Musik, Fußball. Irgendwie auch schön. Ein Land, das fast schon so groß und vor allem so vielfältig ist wie Europa, muss man schließlich noch nicht mal zum Urlaub machen verlassen.

Rio de Janeiro ist eine Stadt der Kontraste: Strände, Berge, Regenwald, Reichenviertel und arme Favelas auf engem Raum.

In Rio de Janeiro treffe ich mich mit Jannes Vahl, 2. Vereinsvorsitzende von Nepada und meine Begleitung auf der Projektreise 2018 – Amazonas. Die Megastadt liegt an der Guanabara-Bucht im Südosten des Landes und ist umgeben vom Atlantik. Das Stadtbild wird geprägt durch kilometerlange, weiße Sandstrände und Buchten entlang der Ufer, sowie durch imposante Granithügel, die die Stadt umrahmen. Der Corcovado ist 704 Meter hoch, auf seinem Gipfel imponiert die berühmte Christusstatue. Rio de Janeiro ist eine Stadt der Kontraste. Das spiegelt sich nicht nur in ihrer geographischen Lage, sondern auch in der Bevölkerung wieder. Wir wohnen für vier Tage in Ipanema, einem reichen Viertel direkt am Strand mit vielen schicken Cafés, Bars und modernen Shoppingmöglichkeit. Hier findet das Leben auf den Straßen und an der Strandpromenade statt. Wir haben das Gefühl, in diesem Viertel ausschließlich auf schöne, oberteillose Menschen in sportlicher Aktivität zu treffen. Aber trotzdem, auch hier wird es nach 22 Uhr gefährlich auf den Straßen. Uns wurden die gruseligsten Geschichten von Raubüberfällen und Bedrohung direkt vor unserer Haustür erzählt, bis hin zur Entführung in die Berge und Einforderung von Lösegeld. Die hohe Kriminalität ist ein sehr großes Problem für die Stadt. Nicht nur »reiche« Touristen werden Opfer von Überfällen, sondern vor allem die Brasilianer selbst haben großen Respekt vor dem nächtlichen Leben der Stadt.

Das Stadtbild wird geprägt durch kilometerlange, weiße Sandstrände und Buchten entlang der Ufer, sowie durch imposante Granithügel, die die Stadt umrahmen.

Neben all den bildschönen Strandpromenaden, Bergen und Palmen, sind Favelas ein neuer Anblick für mich. So werden die informellen Siedlungen bezeichnet, die besonders in Randlagen der großen Städte liegen, oder in Rio häufig auf den steilen Hängen der Tafelberge zu sehen sind. Ein großer Teil der Bewohner ist sehr arm und viele haben keinen Zugang zu Strom oder sauberen Trinkwasser. Genau da setzt Viva con Agua an, ein befreundeter gemeinnütziger Verein von Sankt Pauli, der sich für den Zugang zu sauberen Trinkwasser weltweit einsetzt. Wir besuchen Benjamin Adrion, Gründer von Viva con Agua, und seine Leute in einem aktuellen Spendenprojekt: Sie zeigen uns eine neu gebaute und finanzierte Wasseraufbereitungsanlage in einem Favela am Rande der Stadt. Die Anlage wird nun 16 Familien mit sauberem Trinkwasser versorgen.

Wir treffen Benjamin Adrion und Lars Braitmayer Viva con Agua in Rio. Der Verein setzt sich für den Zugang zu sauberen Trinkwasser weltweit ein.

Rio de Janeiro, eine Megacity, wie ich sie vorher noch nicht erlebt habe. Wunderschön und beängstigend zugleich. Die Stimmung im bunten Stadtviertel von Lapa ist einmalig und das Nachtleben voller Kultur und brasilianischer Rhythmen bleibt unvergesslich. Sicherlich hilfreich in der Großstadt einige Tage zu akklimatisieren, bevor es weiter in die Tiefen des Dschungels geht.

Der Vereinsvorstand von Nepada auf Projektreise durch Amazonien.
Hannah
nepadawild@gmail.com
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