Lago de Atitlán, Guatemala

Die letzten Tage habe ich an einem der vielleicht schönsten Orte der Welt verbracht. Nach entspannten Tagen mit Märkten, Kaffeewanderung und Bummeln durch das schöne Städtchen Antigua im Süden Guatemalas, verbrachte ich mal wieder eingefaltet im rappelnden Kleinbaus Stunden auf schlecht befestigten Straßen gen Westen. Diesmal mit Israelis, Australiern, Briten und einem Argentinier. Untermalt mit lauter Trans-Musik (völlig skurril), juckeln wir stundenlang Berge hoch und runter, an kleinen Dörfern und vielen Kühen vorbei. Witzig, die stehen oder liegen hier angeleint an den Straßen, wie bei uns die Hunde. Schönes Bild, wie in einem Ort ein Einheimischer mit einer Kuh an der Leine auf dem Grünstreifen spazieren geht.

Nach und nach wird es immer grüner, die Straße unebener und zwischen den nebelverhangenen Bergen taucht ein riesiger See auf: der Lago de Atitlán. Ein 130 km² großer Süßwassersee umgeben von drei großen Vulkanen, kleinen Ansiedlungen und Dörfer, deren Bewohner dem indigenen Stamm der Maya angehören.

Völlig unverhofft taucht zwischen den nebelverhangenen Bergen der riesige See auf.

Der Ausblick von der Terrasse meiner Unterkunft ist traumhaft. Türkisblaues glattes Wasser mit kleinen Fischerbooten, dazu strahlend blauer Himmel und zwitschernde Vögel. Ich entdecke Pelikane auf dem Wasser, Kolibris flitzen zwischen den Blüten hin und her und zwei große Rabengeier (Black Vulture; Coragyps atratus) ziehen ihre Kreise. Dazu die mächtigen, tiefgrünen Berge, so weit das Auge reicht. Nur schön.

Ich schlafe direkt am Fuße des 3.000 Meter hohen Vulkan St. Pedro und blicke auf den „Rostro del Maya“, einen Berg, der nach dem Gesicht einer Maya Frau benannt wurde. Wenn man genau hinschaut, erkennt man die Gesichtszüge der schlafenden Einheimischen. Auf ihre 2.300 m hohe Nase werde ich die nächsten Tage auch noch klettern und mir von dem Ausblick den Atem nehmen lassen.

Viele kleine Dörfer umgeben den See, in denen die Einheimischen ihre Handarbeit verkaufen.
Wenn man genau hinschaut, erkennt man die Gesichtszüge der schlafenden Maya in den Umrissen des Berges.

Ein schöner Moment: Mit dem Kanu auf den See hinaus paddeln. Glasklares Wasser. Sonnenschein. Blauer Himmel. Ein leichter Wind weht. Spannende Wolkenformationen. Ruhe. Frieden. Vögel. Ab und zu grüßt mich ein Fischer freundlich. Sonst bin ich allein und atme den eindrucksvollen Ausblick ein. Am Ufer waschen die Frauen ihr Kleidung mit Seewasser. Die Pelikane schießen im Sturzflug auf die glatte Wasseroberfläche. Die gigantischen Berge um mich herum. Meine Füße baumeln im Wasser. Ich lasse mich treiben. Me gusta Guatemala!

Hannah
nepadawild@gmail.com
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