Wildlife Disease Association

Ich bin nicht zum Urlaub machen in die Berge von Südmexiko gereist, sondern nehme an der jährlichen Konferenz der Wildlife Disease Association (WDA) teil. Die WDA ist eine internationale wissenschaftliche Gemeinschaft aus Wildlife Spezialisten. Hier kommen Tierärzte, Epidemiologen, Biologen, Ökologen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Feldern zusammen. Es geht darum, die Gesundheit von Wildtieren im Zusammenhang mit ihrer Umwelt, Biologie und den Menschen zu setzen. Welche infektiösen Krankheiten bedrohen Wildtiere und werden aufgrund ihres kleiner werdenden Lebensraums auch für unsere Haustiere gefährlich? (Stichwort: Conservation Medicine) Wie kann eine Epidemie wie Ebola frühzeitig erkannt und verhindert werden?

In den folgenden Tagen wird in dem kleinen idyllischen Ort in den Bergen von Chiapas heftig diskutiert, sich ausgetauscht und gemeinsam an Lösungsansätzen gearbeitet.
Die WDA ist eine internationale wissenschaftliche Gemeinschaft aus Wildlife Spezialisten.

Es ist wichtig, sich in der Wildtiermedizin nicht nur um Individuen zu kümmern, Krankheitserreger zu entdecken, zu studieren und anschließend zu bekämpfen. Nein, es ist noch wichtiger, die Tiere in Bezug zu ihrer Umwelt zu setzen. Für welche Krankheiten sind Wildtiere Reservoir? Wie kann eine Art trotz fortschreitendem Verlust des Lebensraumes und größerem Infektionsdruck überleben? Wo gibt es neue Berührungspunkte zwischen Wild-, Haus-, Nutztier und den Menschen? Es geht um dem »One Health Approach«, ein Konzept, in dem die Tier- und Humanmedizin als ein großes zusammenhängendes Thema gesehen wird. Das alles diskutieren wir in den folgenden Tagen in dem kleinen idyllischen Ort in den Bergen von Chiapas. Es ist eine Woche voller Input: packende Vorträge. hitzige Diskussionen. intensiver Austausch. spannende Menschen. köstliches Essen und viel Bier.

Begeistert lausche ich Forschungsergebnissen, Lösungsansätzen, Fragestellungen und Problemen zum Thema Artenschutz, Wildtiermedizin, Zoonosen und Infektionskrankheiten aus der ganzen Welt. Ergebnisse, die mir die Augen öffnen, mich neugierig machen und mich erschrecken. Abends bei Bier und Tacos erzähle ich einem Brasilianer aufgeregt von der extremen Rodung des Regenwalds auf Borneo, um Palmölplantagen Platz zu machen. Traurig schüttelt er nur den Kopf und erwidert, in Brasilien sähe es nicht anders aus. Dort würde der Regenwald für Rindvieh und Soja abgeholzt. Brasilien ist 2017 der weltweit führende Rindfleisch-Exporteur mit knapp 2.000 Tonnen Schlachtgewicht. Eine Woche voller Input, Antworten und vieler neuer Fragen. Aber in einer Sache bin ich mir sicher: genau dort möchte ich mit meiner Arbeit ansetzen. Deshalb gibt es Nepada.

Hier kommen Tierärzte, Epidemiologen, Biologen, Ökologen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Feldern zusammen, um über infektiöse Krankheiten, Erhaltung von Lebensräumen und Forschung zu diskutieren.

Außerdem lerne ich in dieser Woche die Latinos lieben: Mexiko, Guatemala, Costa Rica, Brasilien, Argentinien. Sie führen mich in die Welt der lateinamerikanischen Küche ein, lehren mich die wichtigsten spanischen Sätze und bringen mich dem Salsa näher. Um viele Erkenntnisse reicher, einem Portemonnaie voller Visitenkarten und dem Herz voller neuer Freunde, liege ich am letzten Abend der Konferenz völlig erschöpft, aufgeregt und glücklich im unbequemen Hostelbett des Schlafsaals und gehe im Kopf nochmal die drei wichtigsten »Take-Home-Messages« der Konferenz und die neu gelernten Salsa-Schritte durch.

Hannah
nepadawild@gmail.com
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