Die farbenfrohe Welt der Tukane

Wie jeden Morgen werde ich von Vögeln geweckt. Aufgeregt zeternd laufen zwei Pfauen vor meinem Fenster entlang. Wunderschöne Vögel, allerdings ist ihr Geschrei echt laut. Zur Zeit wohne ich auf der Tukan Farm »Emerald Forest Bird Gardens« inmitten der subtropischen Berge Kaliforniens. Die Farm ist 16 Hektar groß und liegt circa eine Stunde von San Diego entfernt. Mein Freund Jerry Jennings züchtet hier seit 30 Jahren tropische Baumbewohner und hat sich vor allem auf Tukane spezialisiert. Diese wunderschönen, farbenfrohen Vögel besiedeln die Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Tukane sind vor allem für ihre riesigen, aber leichtgewichtigen, am Rand gesägten und prächtig gefärbten Schnäbel bekannt. Sie dienen ihnen zur Thermoregulation, bei warmer Umgebungstemperatur wird die Blutzufuhr in den Schnabel erhöht und bei kalter verringert.

der Regenbogentukan (Keel-billed Toucan; Ramphastos sulfuratus)

Jeden Morgen helfe ich Jerrys Mitarbeitern beim Füttern der Tiere. Bei den 500 Vögeln auf der Farm sind wir damit eine Weile beschäftigt. Es gibt Blaubeeren, Papaya, Bananen untergemischt mit Pellets – ähnelt doch sehr meinem Frühstücksmüsli. Wir fahren mit dem Pickup zu den unterschiedlichen Anlagen, die sich weit über das Gelände der Farm ausbreiten. Schöne, große Volieren, versteckt im Schatten der Bäume. Hier leben Kakadus, Aras, Nashornvögel und 24 verschiedene Tukan-Spezies, vom kleinen Grünarassari bis zum großen Riesentukan. Jerry führt die größte Tukan-Zucht der Welt und ist im ganzen Land für seine Zuchterfolge bekannt. Es ist äußerst anspruchsvoll, diese hochspezialisierten Vögel zu halten, geschweige denn, mit ihnen zu züchten.

24 verschiedene Tukan-Spezies hält Jerry auf seiner Farm. Hier ein Pärchen Riesentukane, die wohl bekanntesten ihrer Art. (Toco Toucan; Ramphastos toco)
Wie jeden Morgen werde ich von den Vögeln geweckt. Aufgeregt laufen zwei Pfauen zeternd vor meinem Fenster entlang. Ich wohne zur Zeit auf einer Tukan Farm inmitten der subtropischen Berge Kaliforniens.

Auf der Farm aber gibt es jedes Jahr 100 – 150 kleine Babytukane, die meisten mit der Hand aufgezogen. Der Zuchterfolg ist vom Wetter abhängig, erzählt Jerry. Gibt es viel Regen, werden viele Babys geboren, in trockenen Zeiten legen die Baumbewohner weniger Eier. Das hängt mit dem Nahrungsangebot in der Wildnis zusammen, sagt er: Die Elterntiere nehmen wahr, dass nach langen Trockenperioden das Nahrungsangebot im Regenwald zurückgeht und legen vorausschauend weniger Eier.

Tukane leben monogam, Paare bleiben ihr Leben lang zusammen und bauen eine starke emotionale Bindung zueinander auf. Jerry hat schon häufig beobachtet, wie ein zurückgebliebener Vogel seinem Partner lange nachtrauerte und sogar aufhörte zu essen. Tukane nisten in Baumhöhlen und legen einmal im Jahr drei bis vier Eier, die sie genau 16 Tage bebrüten. Nach dem Schlupf sind die Babys komplett nackt und blind und werden noch sechs Wochen lang von ihren Eltern im Nest aufgezogen.

Tukane bleiben ihr Leben lang zusammen. Schwarzkehlarassaris (Black-necked Aricari; Pteroglossus aracari).
Wie jeden Morgen werde ich von den Vögeln geweckt. Aufgeregt laufen zwei Pfauen zeternd vor meinem Fenster entlang. Ich wohne zur Zeit auf einer Tukan Farm inmitten der subtropischen Berge Kaliforniens.

Ich stehe gerne vor den großen Volieren und beobachte diese prächtigen Tiere. Intelligente Vögel, die ihre Umgebung genau beobachten und Menschen voneinander unterscheiden können. Der Riesentukan spielte sogar mit mir Ball.

Farnebfroh und sonderbar: der Zitronentukan (Channel-billed Toucan; Ramphastos vitellinus).
Wie jeden Morgen werde ich von den Vögeln geweckt. Aufgeregt laufen zwei Pfauen zeternd vor meinem Fenster entlang. Ich wohne zur Zeit auf einer Tukan Farm inmitten der subtropischen Berge Kaliforniens.
Intelligente Vögel, die ihre Umgebung genau beobachten. Der Swainson-Tukan (Chestnut-mandibled Toucan; Ramphastos swainsonii).
Wie jeden Morgen werde ich von den Vögeln geweckt. Aufgeregt laufen zwei Pfauen zeternd vor meinem Fenster entlang. Ich wohne zur Zeit auf einer Tukan Farm inmitten der subtropischen Berge Kaliforniens.

Witzig anzusehen, wie sie von Ast zu Ast hüpfen (Tukane laufen nicht). Oder wie sie ihren großen Schnabel in die Höhe recken und den Hintern heraustrecken, wenn sie rufen – eine typische Tukanposition. Mein Lieblings-Tukan ist der Krauskopfarassari mit seinen witzigen lockenartigen Federn auf dem Kopf, der weiß-schwarz getupften Kehle, der blauen Haut um die Augen und dem farbenfrohen rot-grün-gelben Federkleid – ein wahres Kunstwerk. Ich freue mich darauf, die Tiere bald wild in den Wäldern von Costa Rica zu beobachten. Aber hier auf der Farm bekomme ich, wenn ich die Augen schließe und all den unterschiedlichen Vogelgesängen lausche, auch manchmal das Gefühl, mitten im Regenwald zu stehen.

Der Weißbrusttukan in typischer Position. (Red-billed Toucan; Ramphastos t. tucanus)
Wie jeden Morgen werde ich von den Vögeln geweckt. Aufgeregt laufen zwei Pfauen zeternd vor meinem Fenster entlang. Ich wohne zur Zeit auf einer Tukan Farm inmitten der subtropischen Berge Kaliforniens.
Der Krauskopfarassari, mein lieblings Tukan! (Curl-crusted Aracari; Pteroglossus beauharnaesii)
Wie jeden Morgen werde ich von den Vögeln geweckt. Aufgeregt laufen zwei Pfauen zeternd vor meinem Fenster entlang. Ich wohne zur Zeit auf einer Tukan Farm inmitten der subtropischen Berge Kaliforniens.
Hannah
nepadawild@gmail.com
1 Comment
  • Susanne
    Posted at 12:50h, 31 Juli Antworten

    Was für prachtvolle Tiere – ich hatte keine Ahnung, dass es so viele verschiedene Tukane gibt – danke für die tollen Bilder!

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