Ankunft Philippinen

Mein erster Stop der Reise sind die Philippinen. Seit fünf Jahren war ich nicht mehr hier. Das letzte Mal 2012. Ich arbeitete auf der Insel Negros, lebte Alltag und fühlte mich letzendlich zu Hause an diesem wundersamen Ort am anderen Ende der Welt. Ein Land aus über 7.000 Inseln und so völlig anders als Deutschland. Es war eine sehr prägendes Jahr. Lehrreich, aufregend, gespickt mit Hürden und doch wunderschön.

Jetzt, 2017, bin ich wieder hier. Ohne zu wissen, was mich erwarten würde, wie es sich anfühle zurück zu sein, diesmal als Touristin. Fremd oder doch noch vetraut?

Umso überwältigender ist das Gefühl, mit dem ich hier durch die Straßen laufe. All die Geräusche scheinen wieder so vertraut, die Gerüche wecken unzählige Erinnerungen, der Klang der Sprache, das breite, einladende Lachen der Leute und ihre begeisterten Ausfrufe: „Good Morning Mam! How are you Mam?“ Damit habe ich nich gerechnet. Es geht so viel in mir vor. Bilder kommen mir in den Kopf. Ich möchte in einem Fort von meinen damaligen Erlebnissen und Gedanken erzählen. Ich muss aufpassen, dass ich meine Mitreisenden nicht nerve!

Wie kommt es, dass hier wieder ganz andere Sinne im Vordergrung stehen? Ich kann mich nicht erinnern durch Hamburgs Straßen zu laufen und dabei besonders auf die Gerüche um mich herum oder die Gespräche und Gesichtausdrucke der Leute zu achten?

Klar, hier findet das Leben auf den Straßen statt. So kennt man es aus vielen südlichen Ländern, aber hier ist es nochmal etwas anderes. Die Wohnungen sind quasi zur Straße hin offen. Die Sari Sari Stores (kleine Lädchen überall am Straßenrand and denen man alles vom Tütchen Nescafé über ein Ei bis hin zur einzelnen Zigarette kaufen kann) sind halb Wohnzimmer halb Kiosk. Die Kinder spielen auf der Straße. Mit Reifen, Münzen, einem Teddybär oder was sie sonst in die Finger bekommen. Die achtköpfige Familie sitzt nicht in dem einzigen Raum des Hauses (Schlaf-, Wohn- und Esszimmer zugleich), sondern unterhält sich angeregt mit den Nachbarn auf Plastikstühlen vor dem Haus, lackiert sich gegenseitig die Fußnägel oder fachsimpelt mit dem Ladenbesitzer von gegenüber über das nicht anspringende Motorrad. Nebenan sitzen Sekretärinnen und Supermarktangestellte in einer kleinen Eatery am Straßenrand. Plastiktische und -stühle sind aufgebaut. In einer Glasvitrine stehen die fünf Gerichte. Von den Frauen am Morgen gekocht. Aus dem Reiskocher dampft es. Man häuft sich von allem etws auf: Gemüse, Chicken Adobo, dazu natürlich Reis.

Alles scheint mir so vertraut und ist doch so fremd. Auf der Straße herrscht wie immer reges Treiben. Verkehrsregeln kennt man hier nicht. Es gilt, wer laut genug hupt, gewinnt und wer die nächste Lücke findet, darf fahren. Alte klapprige bunt geschmückte Jeepneys, rostige Tricycle, dicke Toyotas und kleine Motorräder fahren wild durcheinander. Es scheint Chaos, doch irgendwie herrscht ein gewisser Verkehrsfluss und das beeindruckende: Alle Teilnehmer sind entspannt. Über der Straße zwischen den Häuser gespannt: ein wilder Salat aus Stromkabeln, Telefonleitungen und Werbeplakaten. In Deutschland würde jeder Elektriker die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, doch hier ist es möglich: Welcome to the Philippines! Mabuhay! It’s good to be back.

Hannah
nepadawild@gmail.com
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