Nepada News

Aktuelles Projekt

Spendenaktion für den Regenwald der Maya

Aras in Guatemala

Im Sommer 2017 bin ich drei Monate durch Lateinamerika gereist. Von Mexiko bis nach Costa Rica. Auf dem Kongress der »Wildlife Disease Association« durfte ich spannende Tierärzte, Biologen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt kennenlernen, interessanten wissenschaftlichen Vorträgen lauschen und über Umweltschutz diskutieren. Anschließend ging es leider mit einem Rucksack ohne Klamotten (sie wurden mir in einer kleinen mexikanischen Wäscherei entwendet), aber dafür mit ersten Spanischkenntnissen und einem Portemonnaie voller neuer Visitenkarten nach Guatemala: ein kleines Land südlich von Mexiko, umarmt von Atlantik und Pazifik, das besonders durch seine Indigene Bevölkerung, die Maya, bekannt wurde. Der nördliche Teil des Landes (Petén) ist fast durchgehend mit tropischem Regenwald bedeckt. In dieser Region lernte ich die »Wildlife Conservation Society Guatemala« (WCS) kennen, eine kleine Umweltschutzorganisation, die sich seit 2008 auf den Schutz von Aras konzentriert.

Der hellrote Ara (Ara macao macao; Scarlet Macaw) zählt zu den weltgrößten Papageien und ist von Mexiko bis Brasilien weit verbreitet. Allerdings gibt es eine mittelamerikanische Unterart des hellroten Aras (Ara macao cyanoptera), die extrem vom Aussterben bedroht ist. Es leben nur noch knapp 1000 Tiere in den Lateinamerikanischen Staaten Mexico, Belize, Guatemala, Honduras und Nicaragua. Grund für den radikalen Rückgang der majestätischen Riesenpapageien sind Wilderei und der Verlust ihres Lebensraums – Hauptursachen sind die von Menschen entfachten Waldbrände, die in Guatemala weit verbreitete Vieh-Wirtschaft und die wachsenden Siedlungen und Städte. Dieser extreme Rückgang des Regenwalds hat in den letzten Jahren fast zum Aussterben der farbenprächtigen Vögel geführt.

Allein in den letzten acht Jahren ist diese Ara-Population auf 250 Individuen zurückgegangen. © WCS Guatemala

Die Umweltschutzorganisation WCS arbeitet im Regenwald von Petén, der Hauptbrutregion der Aras. Ihre Forschungsarbeit konzentriert sich auf den Nationalpark »Laguna del Tigre« im Maya-Biosphären Reservat (MBR). Mit 2,1 Millionen Hektar ist es das größte Naturschutzgebiet Zentralamerikas, ein weltberühmtes kulturelles Erbe und ein echter Hotspot für Biodiversität. Leider ist die Region seit Jahren starker Abholzung ausgesetzt. Allein in den letzten acht Jahren ist die Ara-Population hier auf 250 Individuen zurückgegangen.

Letzten August durfte ich diesen einzigartigen Maya-Dschungel mit einem Forschungsteam der WCS betreten und war überwältigt von der Fülle an Wald, Leben und Wildnis. Hier gibt es noch wirklich unberührte Natur, hölzerne Urwaldriesen, steinalte Maya Tempel, Jaguare, Brüllaffen und Ameisenbären in der Wildnis. Wir besuchen die Forschungsstation der WCS inmitten des Dschungels. Es ist ein kleines Camp, bestehend aus einem Haupthaus, einem kleinen Labor und Zelten für die Wissenschaftler. Über Solarzellen gibt es sogar drei bis vier Stunden Strom am Tag. Von hier aus führen wir die tägliche Arbeit aus: Die wilden Papageien-Nester werden von den »Field Technicians« vor Wilderern abgesichert und regelmäßig kontrolliert. Kranke oder verletzte Papageienküken werden mit auf die Station genommen, medizinisch versorgt und aufgepäppelt. Um den niedrigen Bestand der Aras zu vergrößern, werden außerdem dritte oder gar vierte Küken aus den Nestern genommen und in Brutkästen auf der Station großgezogen, um sie, wenn groß und stark genug, wieder in die Natur freizulassen. Denn in der Wildnis überleben nie mehr als zwei Küken in den Nestern. Außerdem bringt die NGO selbstgebaute Nester in den Baumkronen an, um den Papageien in dem schwindenden Lebensraum mehr Nistmöglichkeiten zu bieten.

Verletzte Papageienküken werden mit auf die Station genommen, medizinisch versorgt und aufgepäppelt. © WCS Guatemala

Das alles ist eine Heidenarbeit und ich bin sehr beeindruckt, wie der Tierarzt, die Forscher und Field Technicians in der Nistsaison rund um die Uhr arbeiten. Alle drei Stunden wollen die Küken gefüttert werden. Papageiennester befinden sich hoch in den Bäumen, das erfordert einiges an Kletterarbeit. Und die Lebensbedingungen auf der Station sind einfach und hart.

Alles in allem hat mich die Arbeit und das Team der WCS sehr fasziniert und überzeugt. Aus diesem Grund möchte ich das Ara-Schutzprojekt in Guatemala mit dem Nepada Wildlife e.V. unterstützen, wo ich kann. Dafür fliege ich nächstes Jahr im April wieder nach Guatemala in den Dschungel zurück. Zusammen mit dem Tierarzt werde ich vor Ort eine neue Studie zum Gesundheitszustand der Vögel durchführen und den Feldassistenten mit ihrer Arbeit behilflich sein. Da die WCS eine NGO ist und ausschließlich auf externe Geldern und Zuschüsse angewiesen ist, möchte ich die Organisation auch finanziell unterstützen. Dafür brauche ich Eure Hilfe!

Ich möchte der WCS Guatemala gerne Equipment für ihr Schutzprojekt mitbringen. Zum Beispiel einen solarbetriebenen Brutkasten für Papageien, da ihr Gerät in der letzten Saison kaputtgegangen ist. Ohne den »Parrot-Breeder« können die Papageien-Babys nicht großgezogen werden. Außerdem fehlt dem Staff eine sichere Kletterausrüstung, mit der sie die Papageiennester in den Baumkronen erreichen können.

In dem solarbetriebenen Brutkasten werden die kleinen Papageien großgezogen. © WCS Guatemala

Ich möchte der WCS Guatemala gerne Equipment für ihr Schutzprojekt mitbringen. Zum Beispiel einen solarbetriebenen Brutkasten für Papageien, da ihr Gerät in der letzten Saison kaputtgegangen ist. Ohne den »Parrot-Breeder« können die Papageien-Babys nicht großgezogen werden. Außerdem fehlt dem Staff eine sichere Kletterausrüstung, mit der sie die Papageiennester in den Baumkronen erreichen können.

Doch am allerwichtigsten sind die Field Technicians selber. Sie sind das Herz der Organisation. Sie sind in der Hauptsaison jede Woche im Dschungel, kümmern sich rund um die Uhr um die Vögel, ziehen die Küken groß, kontrollieren die Nester, halten die Station instand und versorgen die Forscher mit Proviant. Ich werde nie vergessen, wie sie auf unserem Trip letzten August extra 20 Flaschen Wasser für mich einkauften, damit ich keine Magenverstimmung im Dschungel bekomme. Jeden Abend haben sie am Feuer die Tortillas für uns gebacken und das Fleisch gegrillt. Auch, wenn ich noch kaum ein Wort Spanisch konnte, kommunizierten und lachten wir pausenlos. Eine witzige, liebenswerte und schlaue Gruppe aus Locals, die alles über den Dschungel wissen und deren Herz für die Natur und Tiere schlägt.

Leider wurden der WCS Gelder für das nächste Jahr gestrichen, sodass sie ihren Field Technicians nicht mehr genug Gehalt zahlen kann. Die Männer verlieren nicht nur ihren Job, schlimmer: Das Ara-Schutzprojekt kann ohne sie nicht laufen. Deshalb möchte wir mit Nepada und Euch unseren Beitrag leisten und Gelder für die Männer sammeln.

Macht ihr mit? Wir werden Euch mit Fotos, Videos und Blogbeiträgen auf dem Laufenden halten, von der Arbeit berichten und Euch vor allem das Ergebnis Eurer Spende zeigen.

Seid dabei. Die Wildlife Conservation Society Guatemala freut sich über jede Unterstützung.

 

Nepada Wildlife e.V. Konto

IBAN  DE282005055012061504 90
BIC  HASPDEHHXXX
Betreff: Aras in Guatemala

Field Technician Antonio bei der Arbeit. © WCS Guatemala