El Perú

Die Forschungsstation »El Perú« der WCS Guatemala liegt im Norden des Laguna del Tigre Nationalparks und ist mein zu Hause für die nächsten zwei Wochen. Die Station ist sehr einfach gehalten. Drei aus Holzplanken gezimmerte Häuser, ein paar Zelte für die Wissenschaftler und ein Waschhäuschen. Leider ist die Dusche während meines Aufenthalts kaputt, mal sehen wie lange ich das durchhalte. Überhaupt ist diese Forschungsreise eine Herausforderung für mich. Es gibt keinen mückenfreien Ort, auf dem Weg zum Zähneputzen, muss ich aufpassen, nicht auf giftige Schlangen zu treten und ab 10 Uhr morgens brennt die Sonne erbarmungslos auf unser kleines Camp. Strom gibt es hier nur durch ein paar Solarzellen für die Brutschränke im Labor, Ventilatoren werden doch völlig überbewertet.

Die Forschungsstation ist sehr einfach gehalten. Drei aus Holzplanken gezimmerte Häuser, ein paar Zelte für die Wissenschaftler und ein Waschhäuschen.

Wir kochen gemeinsam über dem Feuer. Jeden Morgen hängt ein großer Topf Bohnen über den Flammen, eines der Hauptnahrungsmittel hier im Dschungel. Von den beiden Locals Pedro und Antonio lerne ich, wie man Tortillas backt. Dazu werden Maismehl und Wasser zusammen geknetet und anschließend mit einer besonderen Klopftechnik zu kreisrunden, kleinen Fladen geformt. Anfangs werde ich noch für meine dicken, unförmige, Teigbatzen belächelt, aber am Ende der zwei Wochen bin ich Meisterin im Tortillas backen. Auch, wenn es sehr hart ist, nach einem anstrengenden, langen Arbeitstag im Wald, noch ein Abendessen auf dem Feuer zu zaubern, wenn man vor Erschöpfung doch einfach nur ins »Bett« fallen möchte, tut es auch gut, gemeinsam den Abend ausklingen zu lassen, zu scherzen und mit Stirnlampen einen Tortillabackkontest zu starten. Die Guatemalteken sind ein sehr fröhliches Volk.

Meine erste Nacht im Camp ist ein wahres Abenteuer. Nachdem ich mich vom Klo durch das hohe »Todesschlangengras« (so nennen sie es hier liebevoll) zurück zu meinem Zelt geschlagen habe, verbringe ich erstmal eine halbe Stunde damit, mein Moskitonetz aufzuhängen. Schwierige Angelegenheit, so ganz ohne Wände, aber darunter fühle ich mich einfach sicherer. Das Feldbett, auf dem ich nächtige, ist eine ungemütliche Konstruktion, aber ich bin froh, ein paar Zentimeter über dem Boden schlafen zu können. Der Klang des Dschungels ist atemberaubend. Ein lautstarkes Wirrwarr aus zirpenden Insekten, quakenden Fröschen, vereinzelten Rufen, Rascheln und Heulen. Ich liebe es. Um 5:30 Uhr werde ich von einer Gruppe Brüllaffen direkt neben meinem Zelt geweckt. Wahnsinn, wie lautstark diese Tiere sind. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich dem Klang nach wahrscheinlich ein riesiges, grölendes Ungeheuer neben meinem Zelt vermuten. Ich habe meine erste Nacht im Dschungel überlebt, jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Abgesehen von der Vogelspinne, die eines Morgens gemütlich über das Zeltdach klettert und mich zu Tode erschreckt. (Zum Glück liege ich IN dem Zelt.)

Der Klang des Waldes ist atemberaubend. Ein lautstarkes Wirrwarr aus zirpenden Insekten, quakenden Fröschen, singenden Vögeln und Raschelndem Waldboden.

Der Dschungel ist und bleibt eben ein abenteuerlicher Ort, den wir uns mit den schönsten Affen, Vögeln, Tapiren und Spinnentieren teilen. Dass der Reißverschluss meines Zeltes kaputt ist und ich eines Abends zufällig einen Skorpion neben meinen Flip Flops entdecke, werde ich meiner Mutter aber trotzdem nicht erzählen…

Der Dschungel ist und bleibt ein abenteuerlicher Ort, den wir uns mit den schönsten Affen, Vögeln, Tapiren und Spinnentieren teilen.
Hannah
nepadawild@gmail.com
1Kommentar
  • Susanne
    Veröffentlicht um 21:56h, 08 Mai Antworten

    Kind, Du kommst sofort nach Hause ☝️

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